Über die Postleitzahl 94539
Grafling im Landkreis Deggendorf trägt fast die gesamte Fläche dieser Postleitzahl und liegt im gleichnamigen Graflinger Tal, das nach Süden hin zur Donauebene und dem Gäuboden hin offen ist. Besiedelt wurde die Gegend vom Kloster Metten aus, dem im Jahr 790 die Rodung und Erschließung des Bayerischen Waldes übertragen wurde; das Tal selbst wird 805 erstmals urkundlich genannt. Ab 1253 herrschten hier die Wittelsbacher, und während des Dreißigjährigen Krieges erlebte die Gegend wiederholt Überfälle und Plünderungen. Die heutige Gemeinde entstand 1818 und wuchs 1972 um Alberting und Hirschberg sowie 1978 um Bergern.
Für Eisenbahnfreunde ist der Kohlbachdamm sehenswert, mit 390 Metern Länge und 44 Metern Höhe der höchste Naturbahndamm Deutschlands: Beim Bau Ende des 19. Jahrhunderts mussten über eine halbe Million Kubikmeter Erdmassen bewegt werden. Auf dem geschützten Bahndamm verkehrt die Waldbahn und verbindet zwei Kehrschleifen im Tal; zweimal jährlich fahren dort historische Dampflokomotiven.
Durch die bewaldeten Hänge rund um Grafling führen vierzehn beschilderte Wanderwege mit zusammen rund 100 Kilometern Länge sowie ein Naturlehrpfad zwischen Grafling und Eidsberg mit fünfzehn Stationen.
Auf 46,2 km² leben 2.678 Einwohnerinnen und Einwohner, was einer Dichte von 58 je Quadratkilometer entspricht. Die Bundesstraße 11 durchquert die Gemeinde in Richtung Deggendorf.