Über die Postleitzahl 97289
Thüngen liegt im Landkreis Main-Spessart im nördlichen Maindreieck an der Wern und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Zellingen. Die Postleitzahl 97289 entspricht fast der gesamten Marktgemeinde.
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 788. Um 1200 ging die Herrschaft an ein Rittergeschlecht über, das seinen Namen fortan vom Ort selbst ableitete und sich Herren von Thüngen nannte; die Geschichte dieser Familie ist seither eng mit der Gemeinde verbunden. 1465 erhielt Thüngen das Stadtrecht mit Befestigung und Marktrecht; auch als das Zunftwesen 1825 endete, wurde ihm dieser Status nie förmlich aberkannt. Die Familie von Thüngen gründete 1846 zudem die bis heute bestehende Schlossbrauerei. In der NS-Zeit lebten 1933 noch 152 jüdische Einwohner im Ort, von denen viele auswanderten, während mindestens 50 deportiert und ermordet wurden. Auf einem Feld des Hofguts der Familie von Thüngen entstand 2010 ein großer Solarpark, der bei seiner Eröffnung als größter Deutschlands galt.
1.332 Menschen leben auf 13,5 km², das entspricht 99 Einwohnern je Quadratkilometer. Mehrere ansässige Betriebe sind bundesweit bekannt, etwa ein Sägewerk, das Holz für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche lieferte, und eine Fabrik, die Brotformen für Bäckereien in aller Welt herstellt.