Über die Postleitzahl 99638
Kindelbrück liegt im Thüringer Becken am Unterlauf der Wipper, im Norden des Landkreises Sömmerda, und ist Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft, der auch die Gemeinden Büchel und Griefstedt angehören. Zur Landgemeinde zählen neben dem Hauptort die Ortsteile Bilzingsleben, Kannawurf, Frömmstedt und Riethgen.
Der Ort entstand der Überlieferung nach um 550 als Siedlung an einem Flussübergang und wurde zu Beginn des 9. Jahrhunderts im Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld erstmals als Kindelbruccun erwähnt; sein Name verbindet die Bezeichnung für den Übergang durch das Wippertal mit dem Namen eines ersten Ansiedlers, der Chintila geheißen haben soll. 1291 verlieh Albrecht II. dem Ort auf der Wartburg das Stadtrecht, und im 16. Jahrhundert ließ Herzog Georg der Bärtige die noch heute die Kirche St. Ilgen umschließende Stadtmauer errichten. Am Marktplatz stehen die seit 1440 erbaute Stadtkirche St. Ulrich mit ihrem markanten Turm und ein Rathaus aus dem frühen 16. Jahrhundert. In der Stadtflur liegt mit dem Gründelsloch ein Erdfall, der sich am 3. März 1611 neben zwei schon damals wassergefüllten Vertiefungen bildete.
Im Ortsteil Bilzingsleben legte man im Steinbruch Steinrinne einen wiederholt aufgesuchten Lagerplatz altsteinzeitlicher Jäger frei, der als eine der bedeutendsten Fundstellen Europas gilt. In Kannawurf ließ Georg II. Vitzthum von Eckstedt 1564 ein Renaissanceschloss auf dem Gelände einer älteren Wasserburg errichten; sie sicherte einst den Abschnitt der alten Straße zwischen Erfurt und Magdeburg, der bei Weißensee und Sangerhausen vorbeiführte und bei Kindelbrück die Wipper querte.
Auf 75,9 km² zählt die Postleitzahl 4.381 Einwohnerinnen und Einwohner, eine Dichte von 58 je Quadratkilometer.
In der Nachbarschaft liegen Sömmerda, Kölleda, Weißensee und Bad Frankenhausen/Kyffhäuser.