Über die Postleitzahl 04564
Böhlen, südlich von Leipzig im Landkreis Leipzig gelegen, wurde trotz slawischer Besiedlung bereits im 7. Jahrhundert erst 1353 im Zusammenhang mit einem Rittersitz urkundlich erwähnt. Der Name geht auf das altsorbische Wort belina zurück, dessen Stamm „weiß, hell, glänzend“ bedeutet. Zur Stadt gehören die Ortsteile Gaulis und Großdeuben, letzterer mit dem 1017 erstmals erwähnten Debitzdeuben. Ein kleinerer Teil der Postleitzahl liegt in der benachbarten Gemeinde Neukieritzsch.
Der Überlieferung nach überstand während des Dreißigjährigen Krieges kaum eine Handvoll Familien im Dorf eine schwere Pestwelle. Bis ins 20. Jahrhundert blieb der Ort dörflich geprägt, ehe in den 1920er Jahren die aufkommende Braunkohleindustrie Böhlen zur Industriegemeinde machte. Das heutige Rathaus, 1902 als Pächterhaus des Rittergutes errichtet, wird bereits seit 1928 als solches genutzt; das benachbarte Schloss wurde dagegen 1979 abgerissen. Bis heute ist Böhlen Trägergemeinde des Leipziger Symphonieorchesters, dessen Sitz sich im Kulturhaus befindet.
Die von der Pleiße durchflossene Stadt liegt inmitten des Leipziger Neuseenlandes und wird von gleich drei gefluteten Tagebauseen umgeben, die zum Baden und Wandern einladen. Auf 27,8 km² leben 6.696 Einwohnerinnen und Einwohner, was 241 je Quadratkilometer entspricht. Nachbarn sind Markkleeberg, Zwenkau, Großpösna und Rötha.