Über die Postleitzahl 04575
Rund 25 Kilometer südlich von Leipzig, zwischen dem Leipziger Neuseenland und dem einstigen Tagebau Vereinigtes Schleenhain, liegt die Gemeinde Neukieritzsch im Landkreis Leipzig mit ihrem Ortsteil Deutzen. Anders als viele der eingemeindeten Ortsteile, deren Geschichte sich über halb ein Jahrtausend erstreckt, ist der Hauptort selbst jung: Seine Entstehung ist eng mit dem 1842 eröffneten Bahnhof an der Strecke Leipzig–Altenburg verbunden, der zunächst mitten auf freiem Feld lag, gleich weit entfernt von den umliegenden Dörfern.
Deutzen wurde bereits 1238 erstmals urkundlich erwähnt und unterstand bis 1856 der Gerichtsbarkeit des dortigen Ritterguts; um 1900 begann hier die industrielle Nutzung der Braunkohle, wodurch die Einwohnerzahl zwischen 1910 und 1968 von 350 auf 4300 anstieg. Der eigentliche Ort Neukieritzsch entstand erst 1935 durch behördlichen Beschluss, nachdem sich einige benachbarte Dörfer jenseits der Bahnlinie zuvor bereits zur Gemeinde Kahnsdorf zusammengeschlossen hatten. Ein Lutherdenkmal auf dem Markt erinnert daran, dass Martin Luther 1540 in der Flur von Kieritzsch seiner Frau Katharina einen Witwensitz kaufte.
Wirtschaftlich prägt die Braunkohle die Gemeinde bis heute, mit dem Kraftwerk Lippendorf und dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain; seit 2022 entsteht mit dem Energiepark Witznitz zudem einer der größten Solarparks Deutschlands. Auf 54,3 km² leben 7.000 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 129 je Quadratkilometer. Die Gemeinde grenzt an Zwenkau, Groitzsch, Borna, Böhlen und Regis-Breitingen.