Über die Postleitzahl 06556
An der Unstrut, im äußersten Nordosten Thüringens an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, liegt die Kleinstadt Artern, die den größten Teil dieser Postleitzahl trägt. Hinzu kommen die Gemeinden Kalbsrieth, Reinsdorf, Mönchpfiffel-Nikolausrieth und Borxleben sowie die Artener Ortsteile Voigtstedt und Heygendorf.
Artern wurde zu Beginn des 9. Jahrhunderts als „Aratora“ erstmals urkundlich erwähnt; die Wasserburg zur Sicherung des Unstrutübergangs entstand vermutlich schon im 10. Jahrhundert. 1323 erhielt die Arterner Burgsiedlung das Stadtrecht. Von 1728 bis 1733 baute der Bergingenieur Johann Gottfried Borlach hier eine neue, technisch verbesserte Saline; als deren Inspektor arbeitete später Georg Friedrich Philipp von Hardenberg, der als Dichter Novalis Chroniken der Stadt für seinen Roman „Heinrich von Ofterdingen“ nutzte. Zu DDR-Zeiten zählte die hiesige Zuckerfabrik zu den größten des Landes.
Der Ortsteil Ritteburg, heute zur Gemeinde Kalbsrieth gehörig, gilt als mutmaßlicher Schauplatz der Schlacht bei Riade von 933, in der König Heinrich I. die Ungarn schlug; die zugehörige Wasserburg soll schon im 8. Jahrhundert zur Sicherung des Unstrutübergangs errichtet worden sein. Mönchpfiffel-Nikolausrieth entstand 1956 aus zwei Dörfern, von denen Mönchpfiffel als historisches Klostergut auf eine Außenstelle des Klosters Walkenried zurückgeht.
Die Postleitzahl umfasst 82,5 km² mit 8.342 Einwohnerinnen und Einwohnern, das ergibt eine Dichte von 101 je Quadratkilometer. Nachbarorte sind unter anderem Bad Frankenhausen und Wallhausen.