Über die Postleitzahl 08304
Im Westerzgebirge, auf einer Höhenlage zwischen 550 und über 730 Metern, liegt die Gemeinde Schönheide, die fast die gesamte Postleitzahl 08304 einnimmt. Als erster Siedler des Gebiets gilt ein gewisser Urban Männel, der der Überlieferung nach im Jahr 1537 das erste Haus errichtete; ihre förmliche Gründung als Gemeinde erhielt die Ansiedlung erst zwölf Jahre später durch einen fürstlichen Freibrief. Der Ortsteil Schwarzwinkel spielte bei dieser frühen Besiedlung eine besondere Rolle, da von dort aus die Dorfflurgrenzen abgemessen und abgemarkt wurden.
1566 entstand in Schönheiderhammer ein Eisenhammerwerk, das bis heute als Eisengießerei betrieben wird. Die dortige Kirche, seit 1935 Martin-Luther-Kirche genannt, wurde 1596 errichtet, stürzte 1764 ein und erhielt danach nach Plänen von Christian Döltz ihre heutige äußere Form. Bis zur Wende ins 20. Jahrhundert wuchs Schönheide stetig, seither ist die Einwohnerzahl deutlich zurückgegangen; das Bürsten- und Heimatmuseum im ehemaligen Pfarrhaus erinnert an die einst bedeutende Bürstenindustrie des Ortes. Gesprochen wird in Schönheide westerzgebirgisch – schon wenige Kilometer weiter westlich beginnt hinter dem Wald der vogtländische Dialekt.
Das Gebiet umfasst 28,0 km² und zählt 4.141 Menschen, was einer Dichte von 148 je Quadratkilometer entspricht. Bis Mitte der 1970er Jahre war Schönheide mit fünf Bahnhöfen an eine Schmalspurstrecke ins benachbarte Carlsfeld sowie an die Strecke Chemnitz–Adorf angebunden; ein Teilabschnitt wird heute als Museumsbahn befahren.