Über die Postleitzahl 68799
Reilingen im Rhein-Neckar-Kreis trägt allein die Postleitzahl 68799 und wurde 1286 als „Villa Reitling“ erstmals urkundlich genannt, während Bodenfunde eine deutlich frühere Besiedlung nahelegen. 1978 barg man aus einer Kiesgrube ein fossiles Schädelfragment, das zunächst auf ein Alter von rund dreihunderttausend Jahren datiert und der eigenen Art „Homo erectus reilingensis“ zugeordnet wurde; die Form des Innenohrs spricht inzwischen eher für eine Zuordnung zum Homo heidelbergensis. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde der Ort 1689 zerstört.
Auf den sandigen Böden der Oberrheinischen Tiefebene setzten die Reilinger schon früh auf Sonderkulturen: Hugenotten brachten im 17. Jahrhundert den Tabak in die Kurpfalz, gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam der Spargel hinzu, der dem Ort bis heute den Beinamen Spargelgemeinde einträgt. Seit 1993 führt ein Lehrpfad zu beiden Kulturen, seit 1986 zeigt ein Heimatmuseum in einem der ältesten Fachwerkhäuser des Ortes ländliches Handwerk. Südöstlich des Orts liegt in der Niedermoorlandschaft Fröschau die Ruine der einstigen Wasserburg Wersau.
Reilingen zählt 8.171 Einwohnerinnen und Einwohner auf 16,4 km², das entspricht einer Dichte von 500 je Quadratkilometer. Nachbargemeinden sind unter anderem Hockenheim, Walldorf und St. Leon-Rot mit der Postleitzahl 68789.