Über die Postleitzahl 69207
Acht Kilometer südlich von Heidelberg liegt Sandhausen, benannt nach den eiszeitlichen Dünen, die den Ort umgeben; ein kleinerer Anteil der Postleitzahl 69207 gehört zum Leimener Stadtteil St. Ilgen, der im örtlichen Dialekt Dilje heißt. Sandhausen selbst wird 1262 als Santhusen erstmals urkundlich genannt, doch zeigte erst eine geologische Untersuchung des Aushubs mehrerer Baugruben in den 1990er Jahren, dass hier schon seit der Mitte des 7. Jahrhunderts ununterbrochen gesiedelt wurde. Zwischen etwa 800 und 950 verarbeitete eine Anlage an der heutigen Heidelberger Straße in Leimen gewonnenes Werkblei zu reinem Silber und Bleiglätte – schwermetallhaltige Rückstände davon wurden durch den Seebach nach Nordwesten verschwemmt. 1351 kaufte die Kurpfalz die Herrschaft über den Ort, der danach mehrfach zerstört wurde, zuletzt 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg.
Einst war Sandhausen eine bekannte Hopfengemeinde; heute erinnert nur noch eine Demonstrationsanlage daran, deren Hopfen zusammen mit einer Brauerei aus Plankstadt zu einem Sandhäuser Spezialbier verarbeitet wird. Auch der einst bedeutende Tabakanbau lebt im Ortsteil Bruchhausen fort, einem ehemaligen Klostergut der Zisterzienser von Schönau mit gut erhaltenen alten Hofgebäuden und einem noch stehenden Wehrturm. Ab 1852 entstanden zudem gut 30 Zigarrenfabriken unterschiedlicher Größe im Ort, nachdem Karl Ludwig Willnauer das Handwerk in der Schweiz erlernt und die erste Manufaktur eröffnet hatte.
Auf den 16,8 km² der Postleitzahl zählt der Zensus 15.334 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 912 je Quadratkilometer. Sandhausen grenzt an Walldorf, Leimen und die Heidelberger Gemarkung.