Über die Postleitzahl 71384
Weinstadt im Rems-Murr-Kreis, etwa 15 Kilometer östlich von Stuttgart gelegen, ist eine junge Stadt: Sie entstand erst 1975 im Zuge der Gebietsreform aus der Vereinigung von Beutelsbach, Endersbach, Großheppach und Schnait, wobei Strümpfelbach schon zwei Jahre zuvor Endersbach zugeschlagen worden war. Bis heute haben die fünf Ortskerne der Stadt ihr eigenes Gepräge behalten, unter der Postleitzahl 71384 liegt praktisch das gesamte Stadtgebiet.
Beutelsbach zählt zum ältesten Besitz des Hauses Württemberg und war um 1080 im Besitz eines Bruders der als Stammmutter des Hauses geltenden Liutgart von Beutelsbach. Die dortige, um 1522 erbaute Stiftskirche diente einst als Grablege des Hauses Württemberg und gilt als Wahrzeichen der Stadt. 1514 nahm hier der Aufstand des „Armen Konrads“ seinen Ausgang, an den heute ein Bauernkriegsmuseum im Alten Rathaus erinnert; 1976 wurde in Beutelsbach zudem der bis heute in der Politikdidaktik bedeutsame „Beutelsbacher Konsens“ formuliert. Schnait geht auf einen 1238 erstmals erwähnten Klosterhof des Klosters Adelberg zurück und wechselte im Lauf der Geschichte mehrfach zwischen Württemberg und den Schenken von Limpurg, ehe es 1607 endgültig an Württemberg fiel. In Strümpfelbach, urkundlich seit 1265 bekannt, steht seit 1985 ein unter Denkmalschutz stehendes Ensemble von Fachwerkhäusern aus der Blütezeit des Weinbaus.
Der Weinbau prägt die Stadt bis heute: Nach seiner Rebfläche steht Weinstadt unter den Weinbaugemeinden im Anbaugebiet Württemberg an vierter Stelle. In den Weinbergen bei Strümpfelbach und Schnait laden zwei Skulpturenpfade zu Spaziergängen ein. 2019 beteiligte sich Weinstadt an der Remstal-Gartenschau, einem länderweiten Grünprojekt.
Auf 31,6 km² leben 26.840 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 849 je Quadratkilometer. Nachbargemeinden sind unter anderem Waiblingen im Nordwesten (71334) und Kernen im Remstal im Süden (71394).