Über die Postleitzahl 86405
Im Lechtal, auf halber Strecke zwischen Augsburg und Donauwörth, liegt der Markt Meitingen, der die Postleitzahl 86405 fast vollständig einnimmt. Hügelgräber westlich der Schmutterhöhen belegen eine Besiedlung schon im 2. Jahrtausend vor Christus, und mit der römischen Fernstraße Via Claudia Augusta führte ab 15 v. Chr. eine bedeutende Handels- und Poststraße durch die Gegend. Der Ort selbst geht auf ein alemannisches Auslegerdorf zurück und wurde 1231 erstmals urkundlich erwähnt. Die heutige Ausdehnung entstand durch mehrere Eingemeindungen der 1970er Jahre, zuletzt 1978 mit Langenreichen.
Industriell geprägt wurde Meitingen durch den Bau eines Wasserkraftwerks am Lechkanal 1922, das nach einer Serie von Lech-Überschwemmungen zugleich deren Ende und den Beginn der Industrialisierung des Ortes markierte. Bis heute ist der SDAX-Konzern SGL Carbon hier mit einem 1923 gegründeten Standort ansässig, der unter anderem Materialien aus carbonfaserverstärktem Kunststoff sowie Bremsscheiben in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Brembo fertigt; die 1970 im Ortsteil Herbertshofen gegründeten Lech-Stahlwerke stellen Stabstahl und Betonstahl her. Der katholische Pfarrer Max Josef Metzger, der 1928 in Meitingen ein ökumenisches Institut gründete, wurde 1944 wegen seines Engagements in der Friedensbewegung von den Nationalsozialisten ermordet; sein Grab liegt seit 1968 auf dem Ortsfriedhof.
Auf 29,7 km² zählt die Postleitzahl 11.973 Einwohnerinnen und Einwohner, das sind 403 je km². An der Bundesstraße 2 und der Bahnstrecke Augsburg–Nördlingen gelegen, grenzt Meitingen unter anderem an Biberbach, Langweid am Lech und Aindling.