Über die Postleitzahl 89257
Illertissen ist eine Stadt im Landkreis Neu-Ulm in Bayern, rund 25 Kilometer südlich von Ulm in Mittelschwaben; zur Postleitzahl gehören neben der Kernstadt die Gemeindeteile Au, Betlinshausen, Jedesheim und Tiefenbach sowie ein Anteil am unbewohnten, gemeindefreien Gebiet Auwald an der Iller.
Der Ortsname geht wohl auf die Erwähnung als „Tussa“ im Jahr 954 anlässlich eines Waffenstillstands König Ottos I. zurück, und schon zuvor stand hier ein römisches Badehaus. Das Vöhlinschloss entstand im 12. oder 13. Jahrhundert als Burg der Grafen von Kirchberg und kam 1520 in den Besitz der Memminger Patrizierfamilie Vöhlin, die es bis 1756 hielt; seit 1803 gehört es dem bayerischen Staat und beherbergt heute unter anderem das Bienen- und das Heimatmuseum. Politische Gemeinde wurde Illertissen 1818, einen Schub brachte 1861/62 der Bau der Illertalbahn.
In Au, das schon 1280 erstmals urkundlich erwähnt wurde, trieb ab 1860 eine Ölmühle die Industrialisierung voran, nachdem der Ort lange unter Überschwemmungen der ungezähmten Iller gelitten hatte. In Betlinshausen gab es schon im Spätmittelalter einen Wallfahrtsort, Jedesheim reicht mit ersten Siedlungsspuren bis ins Mesolithikum zurück und wurde 1105 erstmals als Besitz Herzog Friedrichs II. von Schwaben genannt, und in Tiefenbach machte im 16. Jahrhundert der Bauernführer Michel Streit von sich reden. Im Schlossgarten der Stadt spielt seit den 1980er Jahren die Freilichtbühne Schwabenbühne Mundarttheater, und mit Gravestone stammt eine 1977 gegründete Heavy-Metal-Band aus Illertissen.
Im produzierenden Gewerbe arbeiten reichlich 64 Prozent der Erwerbstätigen, größter Arbeitgeber ist der Pharmahersteller R-Pharm Germany. Auf 41,2 km² kommen 17.830 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt eine Dichte von 432 je Quadratkilometer. Nachbarplätze reichen von Dietenheim und Illerrieden über Weißenhorn und Vöhringen bis Altenstadt, Bellenberg, Buch und Unterroth.