Über die Postleitzahl 94145
Unmittelbar an der Grenze zu Tschechien, entlang der Glasstraße und am Lauf der Kalten Moldau, liegt der staatlich anerkannte Erholungsort Haidmühle mit seinen sieben Kneippanlagen. Nur gut ein Drittel der weitläufigen Postleitzahl entfällt auf die Gemeinde selbst, der Rest sind gemeindefreie Staatswälder wie der Frauenberger und Duschlberger Wald sowie Teile des Leopoldsreuter Waldes, die weitgehend unbewohnt sind und an die Tschechische Republik grenzen. Zur Gemeinde zählen neben dem Hauptort auch Frauenberg und das erst 1978 eingegliederte Bischofsreut.
Der namensgebende Ortsteil Haidmühle entstand 1770 mit dem Bau einer Mühle und zählt damit zu den jüngsten Siedlungen des Landkreises; schon seit dem 15. Jahrhundert führte der sogenannte Haidweg von Fürholz hierher und weiter nach Böhmen. Frauenberg, dicht am Berg Dreisessel gelegen, entstand bereits 1724 und gehörte bis 1765 zur österreichischen Herrschaft Rannariedl, ehe der Passauer Fürstbischof Firmian es zurückkaufte. Bischofsreut wiederum entstand 1705 auf Veranlassung eines Passauer Fürstbischofs durch vierzehn Siedler, im Volksmund hieß es lange Neuhäuser. Der Bau eines Eisenhammerwerks 1840 und die Bahnlinie nach Prachatitz 1910 brachten wirtschaftlichen Aufschwung, um 1912 begann bereits der Tourismus.
Auf 56,5 km² leben 1.383 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht einer Dichte von 24 je Quadratkilometer. Jährlich finden in Haidmühle internationale Schlittenhunderennen statt, 2019 sogar eine Weltmeisterschaft. Einzige deutsche Nachbargemeinde ist Neureichenau, dessen Postleitzahl ebenso angrenzt wie die von Grainet und Hinterschmiding.