Über die Postleitzahl 97274
Leinach im unterfränkischen Landkreis Würzburg entstand 1978 durch den Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Oberleinach und Unterleinach. Der Ortsname ist als „Linaha“ bereits seit dem Jahr 775 im Codex Eberhardi belegt, die Einwohner nennen sich selbst Leiner.
Archäologisch gehört die Gegend zu den früh besiedelten Hochflächen Mainfrankens: Aus der Mittelsteinzeit stammen Mikrolithen, aus der Jungsteinzeit Steinbeile, und in einem Grabhügelfeld bei Unterleinach fand sich ein Bronzeschwert aus der Zeit um 650 vor Christus. Besondere Bedeutung erlangte 1897 ein Fund am Kehlberg: Der Schmied Sebastian Öhrlein stieß beim Pflügen auf ein frühkeltisches Fürstengrab, dessen Beigaben bestätigten, dass die süddeutsche Sitte der Wagengräber bis an den Main reichte – ein Teil der Fundstücke ging beim Bombenangriff auf Würzburg 1945 verloren. Bis weit ins 20. Jahrhundert prägte zudem der Weinbau beide Ortsteile; die Trauben wurden einst über Zellingen und Erlabrunn mit Lastkähnen nach Würzburg verschifft, und noch heute erinnern Weine wie der „Leinacher Himmelberg“ daran. Seit 1949 hat außerdem die in Unterleinach gegründete Miederwarenfabrik Ulla ihren Sitz in der Gemeinde.
Durch das Gemeindegebiet führt die ICE-Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg, unter anderem mit dem 2235 Meter langen Espenlohtunnel. Auf 27,9 km² zählt die Postleitzahl 97274 3.081 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 110 je Quadratkilometer. Nachbarorte sind Zellingen, Erlabrunn, Greußenheim, Hettstadt und Margetshöchheim.