Über die Postleitzahl 97857
Die Gemeinde Urspringen, Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld im Landkreis Main-Spessart, bildet fast diese gesamte Postleitzahl, ergänzt durch den kleinen Weiler Grünsfelder Siedlung. Der Name geht auf eine Pluralform des mittelhochdeutschen Wortes für Quelle zurück und bezieht sich auf die Quellen des Grummibachs, der hier seinen Ursprung nimmt, bevor er später in den Karbach mündet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1159, das ehemalige Amt der Grafschaft Castell kam nach mehreren Herrschaftswechseln 1814 endgültig zu Bayern, wo die Gemeinde 1818 im Rahmen der bayerischen Verwaltungsreform entstand.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts bildete sich in Urspringen eine jüdische Gemeinde, die bis 1942 bestand; 1803 wurde in der Judengasse eine neue Synagoge anstelle eines älteren Fachwerkbaus errichtet. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört, das Gebäude selbst blieb erhalten und diente später zeitweise als Lagerhalle. Im April 1942 wurden 42 jüdische Bewohner deportiert und in den Vernichtungslagern Sobibor und Belzec ermordet. Seit 1991 dient die sanierte ehemalige Synagoge als Gedenkstätte mit Dokumentation zur Ortsgeschichte, und die Gemeinde ist zudem Teil eines Würzburger Projekts, das an die Deportationen der Jahre 1941 bis 1944 erinnert.
Auf 17,9 km² zählt diese Postleitzahl 1.371 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt eine Dichte von 77 je Quadratkilometer. Nachbarorte sind Zellingen, Karlstadt, Birkenfeld, Karbach, Roden und Steinfeld, die Vorwahl lautet 09396.