Über die Postleitzahl 83135
Schechen im Landkreis Rosenheim entstand 1978 in seiner heutigen Form: Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Hochstätt und Marienberg schlossen sich mit dem nördlichen Teil der aufgelösten Gemeinde Westerndorf-St. Peter zusammen, zu dem auch das Pfarrdorf Pfaffenhofen am Inn zählt.
Bei Pfaffenhofen dürfte einst der römische Innübergang Pons Aeni gelegen haben, und zwischen den beiden Orten bestand ein Zentrum für Terra Sigillata, dessen Töpferware bis in ferne Provinzen des Römischen Reichs gehandelt wurde. Schon im 9. Jahrhundert soll dort eine Taufkirche gestanden haben, der Ortsname Pfaffenhofen taucht um 1170 erstmals auf. 1311 nennt eine Urkunde den Ort erstmals namentlich, als „Schehen“ in einem Handel des Stifts Reichersberg mit dem Kloster Ebersberg.
Von 1419 bis 1628 gehörte eine offene Hofmark der Adelsfamilie Tannl, die sie durch Einheirat erlangt hatte; die Gerichtsbarkeit lag beim Rentamt München. Nach der Säkularisation 1803 übernahm die Kongregation der Englischen Fräulein aus Altötting die Hofmark. Die politische Gemeinde Hochstädt entstand 1818 durch das bayerische Gemeindeedikt, seit 1876 ist der Ort an die Eisenbahnstrecke Rosenheim–Mühldorf angeschlossen. In den siebziger und achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts galt Marienberg als möglicher Standort für ein Atomkraftwerk.
Die vier Ortsteile haben je eine eigene Kirche: St. Vitus in Hochstätt, St. Margaretha in Schechen, St. Laurentius in Pfaffenhofen am Inn und Mariä Heimsuchung in Marienberg; das heutige Rathaus ist ein ehemaliges Schloss, das zuvor als Gasthaus diente. Mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 330 Prozent zählt Schechen zu den günstigsten Standorten der Region, deutlich unter dem Satz der Landeshauptstadt München.
Auf 31,3 km² kommen 5.239 Einwohnerinnen und Einwohner, das sind 167 je Quadratkilometer. Als Nachbarn grenzen unter anderem Rosenheim, Stephanskirchen und Vogtareuth an.