Über die Postleitzahl 28865
Rund elf Kilometer nordöstlich von Bremen, am Rande des Teufelsmoores, liegt die Gemeinde Lilienthal, die fast diese gesamte Postleitzahl bildet. Der Bremer Bischof und spätere Hamburger Erzbischof Ansgar ließ hier bereits 865 auf einem kleinen Geesthügel eine steinerne Wegkapelle errichten, an deren Stelle heute die St.-Jürgens-Kirche von 1190 steht. Ab 1106 erschlossen holländische Siedler im Zuge der sogenannten Hollerkolonisation das Sankt-Jürgensland im Westen des heutigen Gemeindegebiets.
Den Ortsteil Schrötersdorf benannte man nach dem Lilienthaler Amtmann und Astronomen Johann Hieronymus Schröter, an dessen Sternwarte heute ein Nachbau namens Telescopium am Ortseingang erinnert. Ganz anders entstand Worphausen: Ab 1763 gründete Jürgen Christian Findorff hier acht Moorkolonien, beginnend mit Lüningsee und endend 1808 mit Neu Mooringen. Durch das Gemeindegebiet fließen Wörpe und Wümme, an deren Ufern sich mit den Naturschutzgebieten Borgfelder Wümmewiesen und Untere Wümme wertvolle Feuchtgebiete anschließen. Seit 2014 ist Lilienthal über die verlängerte Straßenbahnlinie 4 an das Bremer Netz angebunden.
Auf 72,2 km² zählt die Postleitzahl 28865 19.784 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 274 Einwohner je Quadratkilometer. Sie grenzt an Bremen sowie an die niedersächsischen Gemeinden Osterholz-Scharmbeck, Ritterhude, Worpswede, Ottersberg und Grasberg.