Über die Postleitzahl 71540
Rund 40 Kilometer nordöstlich von Stuttgart liegt Murrhardt am Oberlauf der Murr im Schwäbisch-Fränkischen Wald – eine Kleinstadt, deren weitläufiges, waldreiches Gebiet mit vielen Weilern fast vollständig unter der Postleitzahl 71540 liegt. Der Ortsname geht auf „Murrahart“ zurück, gedeutet als „Weidewald an der Murr“.
Die Anfänge reichen in die Römerzeit zurück, als die Reichsgrenze im Jahr 161 nach Christus aus dem Neckartal auf die Höhen des Schwäbischen Waldes vorverlegt wurde. Um 730 errichtete der Wandermönch Pirmin im Zuge der fränkischen Christianisierung die Urkirche der Stadt, und um 796 kam der Klostergründer Walterich nach Murrhardt – der historischen Forschung zufolge möglicherweise ein illegitimer Sohn Karls des Großen. Von der Klosterkirche sind bis heute die Stadtkirche aus dem 9. Jahrhundert und die angebaute Walterichskapelle erhalten, ein bedeutendes Beispiel spätromanischer Architektur. 1971 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Fornsbach und Kirchenkirnberg eingemeindet; Fornsbach wurde am 18. April 1945 bei einem viermaligen US-Luftangriff fast vollständig zerstört, wobei 55 Wohnhäuser, das Rathaus und die Dorfkirche in Flammen aufgingen.
Zu den Naturdenkmalen der Gegend zählen die Hörschbachschlucht mit zwei Wasserfällen und das Felsenmeer, ein Bergsturzgelände aus großen Sandsteinblöcken. Seit 1996 findet jährlich das ehrenamtlich organisierte Kultur- und Kleinkunstfestival „Sommerpalast Murrhardt“ statt. Größter Arbeitgeber ist heute eine Fertigung von Heimwerkermaschinen der Robert Bosch GmbH, die aus der früheren Firma Spintex hervorging.
Auf 70,9 km² leben 14.363 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht einer Dichte von 202 je Quadratkilometer. Sowohl das Stadtzentrum als auch der Stadtteil Fornsbach verfügen über einen eigenen Bahnhof an der Strecke nach Schwäbisch Hall-Hessental.