Über die Postleitzahl 34123
Östlich der Fulda vereint die Postleitzahl 34123 mehrere Kasseler Stadtteile: große Teile von Waldau und Bettenhausen, ganz Forstfeld, einen Teil der Unterneustadt sowie einen kleinen Zipfel Bergshausens, das zur Gemeinde Fuldabrück im Landkreis Kassel gehört. Bettenhausen, 1145 als „Bethnehusun“ erstmals erwähnt, gilt als historische Keimzelle der Kasseler Industrialisierung: An der Losse siedelten sich zahlreiche Betriebe an, und der 1679 errichtete Messinghof ist das älteste noch erhaltene Industriegebäude Nordhessens. Um 1900 entstand hier zudem die große Textilfabrik Salzmann mit der zugehörigen Arbeitersiedlung Salzmannshausen.
Waldau, seit 1936 Teil Kassels, geht auf eine erste urkundliche Erwähnung von 1293 zurück und besaß im Mittelalter eine Wasserburg, von der noch zwei Wehrtürme erhalten sind. Zwischen 1924 und 1970 lag hier der erste Kasseler Flugplatz, Werksflugplatz der Fieseler Flugzeugwerke, bevor er dem Flughafen Kassel-Calden wich; auf dem Gelände entstand später der Industriepark Kassel-Waldau mit dem heutigen Güterverkehrszentrum. Forstfeld als eigener Stadtteil besteht erst seit 1958 und geht auf Arbeitersiedlungen für eine Munitionsfabrik ab 1916 zurück, ergänzt später um mehrere Nebenerwerbssiedlungen wie die Fieseler-Siedlung.
Die Unterneustadt, 1283 planmäßig als eigene Stadt angelegt, ist nach der im Krieg zerstörten Altstadt der zweitälteste Kasseler Stadtteil und litt historisch wiederholt unter Hochwassern der Fulda. Auf der Fläche der Postleitzahl leben 23.556 Menschen auf 16,1 km², das entspricht 1.466 Einwohnern je Quadratkilometer. Nachbargebiete sind unter anderem die Gemeinden Lohfelden und Kaufungen.